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„Zu nah? – Mit Abstand mehr Sicherheit!“
Ein Citizen Science-Projekt an der Technischen Hochschule Wildau powered by Innovation Hub 13.

Das Citizen Science Projekt „Zu nah? – Mit Abstand mehr Sicherheit!“ ist nun zu Ende.

Im Jahr 2022 haben der Innovation Hub 13 und die Forschungsgruppe Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen zusammen mit Bürger:innen das Phänomen von Überholabständen und subjektiver Sicherheit untersucht. Gemeinsam mit Bürger:innen aus Brandenburg und Berlin sind die Überholabstände zwischen Fahrrad und Auto mithilfe des OpenBikeSensors überprüft worden, ob der nach StVO geltende Mindestüberholabstand eingehalten wird.

Kooperiert haben dabei der Innovation Hub 13, die BMVI-Stiftungsprofessur Radverkehr, der Makerspace ViNN:Lab der TH Wildau, die Präsenzstelle Luckenwalde, der Makerspace COLab an der BTU Cottbus-Senftenberg, das Projekt OpenBikeSensor und der ADFC Brandenburg.

Ein großer Dank gilt allen partizipierenden Citizen Scientists und den Kooperationspartnern.

Projektlaufzeit: Januar bis Dezember 2022

Das Projekt: Erst in die Werkstatt, dann aufs Rad

Studien zeigen, dass das Fahrrad aus Angst, im Straßenverkehr gefährdet zu werden, häufig gar nicht erst genutzt wird. Nicht ohne Grund gilt laut Straßenverkehrsordnung (StVO) beim Überholen von Fahrrädern ein Mindestabstand von anderthalb Metern (innerorts) bzw. zwei Metern (außerorts). Doch vielen Verkehrsteilnehmenden sind diese seit 2020 neu geltenden Vorgaben nicht bewusst. Genau hier setzte unser Projekt an. Wir sind mit Hilfe engagierter Bürger:innen der Frage nachgegangen, wie nah Radfahrende von Fahrzeugen tatsächlich überholt werden, und welche möglichen Gründe hinter einer (Nicht-)Einhaltung des Sicherheitsabstands stecken können.

In insgesamt sieben zweitägigen Workshops in Wildau, Luckenwalde und Cottbus hatten rund 50 Bürger:innen von Mai bis Juli 2022 die Gelegenheit, selbst einen OpenBikeSensor (OBS) zusammenzubauen. Diese Sensoren erheben nun bei jeder Fahrradfahrt wertvolle Messdaten.

Motto: “make, ride and measure”

Die Umsetzung des Projektes erfolgte in drei Schritten: Make, Ride, Measure.

MAKE: Unter Anleitung haben Bürger:innen in Workshops im Makerspace ViNN:Lab in Wildau, im Gewerbehof der Präsenzstelle Luckenwalde oder im COLab in Cottbus einen OpenBikeSensor aus Einzelkomponenten zusammengebaut und getestet.

RIDE: Die OpenBikeSensoren gehen bei jeder Fahrradfahrt der Nutzer:innen auf Messtour im Straßenverkehr.

MEASURE: Es wird überholt? Durch Betätigen eines kleinen Knopfes am Lenker wird der Überholvorgang geloggt und der gemessene Abstand auf dem Display angezeigt. Die gefahrene Strecke und die Überholvorgänge werden gespeichert und anschließend ausgewertet.

Der OpenBikeSensor

© CC-BY-SA 4.0 international OpenBikeSensor / mjaschy

Der OpenBikeSensor (OBS) ist ein von Bürger:innen ehrenamtlich entwickeltes Open Source-Projekt, das Anfang 2022 den 1. Platz des Deutschen Fahrradpreises in der Kategorie „Service und Kommunikation“ gewonnen hat. Mit einem GPS-Modul und Ultraschall-Sensor versehen ermittelt der Sensor bei Überholvorgängen den genauen Ort sowie den jeweiligen Abstand rechts und links, und speichert die Daten auf der im Sensor eingebauten SD-Karte. Das Open Source-Projekt OBS stellt alle Bau- und Schaltpläne sowie die dazugehörige Software für den Eigenbau zur Verfügung. Rund um den OpenBikeSensor gibt es eine wachsende Community, die schon in vielen Orten in Deutschland Überholvorgänge misst und die Technik der Sensoren stetig weiterentwickelt.

Datensammlung + Auswertung

Von Mai bis Oktober sammelten rund 50 Radfahrende täglich neue Daten auf den Brandenburger und Berliner Straßen. Die erhobenen Daten konnten von den Teilnehmenden direkt in das OpenBikeSensor-Portal, betrieben vom ADFC Brandenburg, hochgeladen werden. Eine Karte visualisiert alle hochgeladenen Messungen. Das Portal ist für alle öffentlich zugänglich und OBS-Nutzer:innen in Brandenburg und Berlin können auch in Zukunft Überholabstände messen und im Portal hochladen. Im Rahmen dieses Projekts haben unsere Citizen Scientists mehr als 2.200 Fahrten mit einer Aufzeichnungszeit von über 1.000 Stunden absolviert, haben über 15.000 Überholvorgänge gemessen und sind mehr als 13.000 Kilometer geradelt.

Die Ergebnisse sind den Teilnehmenden und Interessierten bei einer Abschlussveranstaltung am 5. Dezember präsentiert worden. Anhand der gesammelten Daten wurden die Überholabstände an einzelnen Straßenabschnitten sowie der Zusammenhang zwischen dem Überholabstand und dem Abstand nach rechts bei straßenbegleitendem Parken analysiert. Zudem sind die OBS-Daten mit OpenStreetMap-Daten verknüpft worden, sodass Zusammenhänge zwischen dem Überholabstand und der Geschwindigkeitsbegrenzung sowie der Art der Fahrradinfrastruktur untersucht werden konnten. Eine Publikation der Ergebnisse wird von der Forschungsgruppe Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen angestrebt.

Weitere Informationen

Einen Einblick in das ViNN:Lab der TH Wildau sowie weitere Informationen über den OpenBikeSensor bieten das folgende Video und der Blogpost zum Thema.

Zum Video →

Zum Artikel →

Bildergalerie

Ansprechpartnerinnen

Eine Projektkooperation von

ZoeIngram_byAlexanderRentsch

Zoe Ingram
Citizen Science
TH Wildau

E: citizen.science@th-wildau.de
T: 0151 502 14 520

ZoeIngram_byAlexanderRentsch

Marie Lammel
Citizen Science
TH Wildau

E: citizen.science@th-wildau.de
T: 03375 508 445

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Der „Innovation Hub 13 – fast track to transfer“ der Technischen Hochschule Wildau und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gehört zu den 29 ausgewählten Gewinnern der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule”, ausgestattet mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF und des Landes Brandenburg. Weitere Informationen finden Sie unter www.innovative-hochschule.de