Von Roboter-Gefährt:innen und radelnden Klavieren

von | Jun 10, 2022

Am Dienstag, 14. Juni 2022, geht es für die fünf Teams, die es mit ihren Innovationen ins Finale unseres innofab_ Ideenwettbewerb geschafft haben, um alles. Als einer der Höhepunkte des 7. BTU-Transfertages treten sie auf dem Zentralcampus der BTU Cottbus-Senftenberg an, um Publikum und Jury zu überzeugen.

 

Die Türen sind ab 12 Uhr geöffnet und ab 14.45 Uhr bekommen alle Finalist:innen die Gelegenheit, ihre Projekte vor der Jury und vor dem anwesenden Publikum zu pitchen. Gegen 16.30 Uhr beginnt die von Dr. Markus Schwenke moderierte Preisverleihung, in der die Gewinner:innen sich neben Ruhm und Ehre über die mit einem Gesamtwert von 4.000 Euro dotierten Preise freuen dürfen.

Zur Teilnahme am innofab_ Ideenwettbewerb aufgerufen waren aktiv forschende Studierende, Mitarbeitende, Professor:innen und Alumni der Technischen Hochschule Wildau (TH Wildau) und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus-Senftenberg). Für alle, die sich vorab einstimmen wollen, stellen wir hier die fünf Teams kurz vor.

ROS-E – Die Zwischenmenschliche Roboter-Gefährtin

ROS-E (gesprochen: Rosi) ist ein etwa 11x16x16 cm großer Roboter. Auf den ersten Blick scheint sie eine sprechende Box zu sein. Interagiert man mit ROS-E, erkennt man schnell, dass sie nicht nur ein kaltes Stück Technik ist, sondern ein niedliches Wesen, das mit ihrem Gesicht auf kleinen Displays Emotionen nicht nur zeigen, sondern auch bei Menschen auslösen kann.

ROS-E wurde mit der Vision erschaffen, sie auf vielfältige Weise als sozialen Roboter zur Unterstützung älterer Menschen, Familien und auch Kindern in deren Alltag einzusetzen. ROS-E verdankt ihr äußeres Erscheinungsbild übrigens Teammitglied Lara Ziemert, die auch die Entwürfe neuer Designs übernimmt. Sie arbeitet neben drei weiteren Telematik-Studierenden bzw. -Alumni der TH Wildau im Projekt, das Prof. Dr. Janett Mohnke koordiniert. Gestartet hat es Valentin Schröter im Rahmen seiner Bachelorarbeit 2019, der auch die ersten ROS-E-Prototypen gebaut hat.
Zukünftige Aufgaben von ROS-Es könnten etwa Terminerinnerungen sein oder auch sprachgesteuert-kontaktloses Türöffnen… und falls nötig der Anruf eines Notfall- oder Pflegekontaktes.

 

Selektives Elektrosintern (SES)

Viele Fertigungsverfahren benötigen formgebende Werkzeuge (z. B. Gießen) und sind entsprechend teuer oder haben eine geringe Materialeffizienz (z. B. bei Zerspanung von Rohmaterial). So genannte Additive Fertigungsverfahren erlauben eine schichtweise effiziente Fertigung von komplexen Teilen, weisen aber aufgrund des Prinzips eine sehr geringe Auftragsrate auf, da jeweils wiederholend aber nacheinander eine Schicht verteilt und dann verbunden wird.

Bei diesem innovativen additiven Fertigungsverfahren wird ein elektrisch leitfähiges Gebiet, bestehend aus mindestens einem elektrisch leitfähigen Material und einem elektrisch isolierenden Material, durch eine geeignete Vorrichtung selektiv lokal verteilt. Schichtweise wiederholt entsteht ein Materialgemenge aus elektrisch leitfähigem Material, welches von elektrisch isolierendem Material umgeben ist. Verdichtet und mit elektrischer Spannung versehen, bewirkt die entstehende Wärme schnelles Auf- bzw. Anschmelzen sowie Sintern der elektrisch leitfähigen Materialpartikel untereinander, wodurch ein fester Verbund realisiert wird und somit ein dichter Volumenkörper entsteht.
Das Selektive Elektrosintern stellt ein neues additives Fertigungsverfahren dar.

Zielgruppe sind alle metallindustrieorientierten Unternehmen, insbesondere der Luftfahrt- und Raumfahrt sowie der Fahrzeug- und Energietechnik.

 

Vemobi

Immer mehr Menschen nutzen ein Fahrrad als Verkehrsmittel, generell verändert sich die Mobilität und wird individueller. Vor allem kurze Strecken sind dabei im Fokus. Mit seinem “Vemobi” (die Wortschöpfung ist angelehnt an Velomobil) wollen Michael Pohl, der neben der Kommunikation für Simulation und Konstruktion zuständig ist, und das Team den Komfort des Autos mit den Vorteilen des Fahrrads kombinieren – und so den Umstieg zu einem klimaschonenden Gefährt erleichtern.

Das Vemobi ist ein Fahrrad mit Vollverkleidung, einer aerodynamischen, wetterschützenden Kapsel samt Sichtausschnitt sowie Sicherheitsgurten, Innenraumbeleuchtung und Multimediazentrum. Ein vollgefederter Aufbau mit drei Rädern, wovon zwei an der Vorderachse verbaut werden, erhöht den Fahrkomfort. Der Antrieb erfolgt mittels Fuß- oder auch Handantrieb sowie für die Tretunterstützung über den Einsatz eines Hinterradnabenmotors. Der dafür integrierte Akku wird über eine Solarpaneele, die auf dem Dach des Vemobis montiert wird, geladen.
Erreicht werden Geschwindigkeiten bis 30 km/h, womit man im Stadtverkehr recht schnell unterwegs ist. Nachhaltiger Lifestyle mit Komfort und praktischem Nutzen. Die Teilnahme am innofab_ Ideenwettbewerb ist ein erster Meilensteim für das Vemobi-Team, das gerade mit Unterstützung des Gründerzentrums die Umsetzung des Start-Ups plant.

 

KIDD – Künstliche Ossifikation für den 3D-Druck

Algorithmen bestimmen unsere Leben in unterschiedlichsten Momenten unseres Alltags. Das KIDD-Team, bestehend aus André Röhrig, der für Business Developement und Vertrieb zuständig ist, Wissenschaftler Rolf Starke und Jannis Werner, der sich um die Entwicklung von UseCases und die Verbindung zur Industrie kümmert, hat Anwender:innen von 3D-Drucktechnologie im Fokus.

In der 3D-Drucktechnik werden durch die Kombination von Füllstrukturen und Schalung statische Konfigurationen mithilfe von Slicer-Software erstellt, vergleichbar mit Strukturen der Röhrenknochen von Säugetieren. Ihre Forschung an einem neuen, agentenbasierten Strukturoptimierungsalgorithmus, der für den Entwurf von technischen Strukturen bestimmt ist und sich direkt am biologischen Prozess der Ossifikation orientiert, könnte den Prozess deutlich optimieren. Aus Materialeinsparungen resultieren Gewichtseinsparung, Zeiteinsparung im Prozess und eine bessere Ökobilanz bei gleicher Stabilität.

Das Softwarefeature KIDD wird eine Anwendung von Optimierungsprinzipien der natürlichen Ossifikation in der Slicer-Software ermöglichen. Es soll führende Anbietern, die u.a. aus Deutschland (Siemens, ABB und SAP) kommen, angeboten werden.

Das KIDD-Team.

Moving Public Piano – Das fahrende Standklavier

Öffentliche Klaviere in Städten erfreuen sich immer größeren Fangemeinden und regen die eine zum Verweilen und den anderen zum Musizieren an. Auf den Videokanälen sozialer Medien begeistern immer wieder Aufnahmen von erstaunlichen Talenten an öffentlichen Klavieren. Wäre es nicht wundervoll, wenn Klaviere auch Orte besuchen könnten und so Musik die Umwelt verzaubern könnte?

Eine solche oder ähnliche Frage haben sich vermutlich Christian Rudolph und sein Moving Public Piano-Team auch gestellt. Ihr Ziel ist die Entwicklung eines mobilen öffentlichen Klaviers.
Hierfür soll ein elektrisch geschobener Fahrradanhänger entwickelt werden, der einfach und StVO-konform im Straßenverkehr – sicher auch in Kurvenfahrten – mit einem Fahrrad gezogen werden darf und den akustischen ebenso wie den transporttechnischen Anforderungen (Stichwort Kippsicherheit) entspricht.

Die Idee soll zunächst an der TH Wildau realisiert werden und anschließend in den Gemeinden Wildau, Eichwalde, Zeuthen, Königs Wusterhausen und Schönefeld zum Einsatz kommen.
Das von kleineren und mittelgroßen Städten geprägte Brandenburg eignet sich besonders als lokaler Ausgangspunkt für die Reise des Moving Public Piano. Von Wildau aus könnte die Idee über die Region hinaus zum Vorbild werden und Nachahmer:innen vielleicht sogar nicht nur in Deutschland finden.

 

Diese fünf Finalist:innen stehen auch sinnbildlich für die Innovationsfreude und -kraft der beiden Hochschulen. Wir hoffen, dass wir mit unserem innofab_ Ideenwettbewerb Türen für sie öffnen können und gleichzeitig ihre Nachfolger:innen, also die nächste Generation, ermutigen, Ideen zu verfolgen.

Der innofab_ Ideenwettbewerb ist ein regionaler Wettbewerb für die Wissenschaft und eine gemeinsame Initiative der TH Wildau und der BTU Cottbus-Senftenberg durch die Projekte Innovation Hub 13, Startup Revier EAST sowie durch das Startup Center und den Gründungsservice der Hochschulen.

Alles zum innofab_ Ideenwettbewerb unter www.innohub13.de/innofab

Fragen, Anregungen oder
konkrete Vorhaben?
Wir freuen uns auf ein Gespräch.

Technische Hochschule Wildau

 
 

Hochschulring 1
15745 Wildau

Karte

www.th-wildau.de

 

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

 

Platz der Deutschen Einheit 1
03046 Cottbus

→ Karte

→ www.b-tu.de

 

Der „Innovation Hub 13 – fast track to transfer“ der Technischen Hochschule Wildau und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gehört zu den 29 ausgewählten Gewinnern der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule”, ausgestattet mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF und des Landes Brandenburg. Weitere Informationen finden Sie unter www.innovative-hochschule.de

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