Zum 15.11.2018 hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH zur vierten und letzten Veranstaltung in diesem Jahr eingeladen. Das Thema der Veranstaltung “Digitalisierung – Wie fit ist Ihr Unternehmen?” ließ schon vermuten, dass Herr Janßen, Geschäftsführer der WFG LDS, die Auswertung der gleichnamigen Umfrage vorstellen würde, welche im Oktober diesen Jahres unter den Unternehmen des Landkreises durchgeführt wurde. Bei 620 angesprochenen Unternehmen war der Rücklauf mit ca. 40 Fragebögen leider sehr gering, aber leichte Tendenzen sind dennoch erkennbar. Kurz gesagt ist die Bedeutung der Digitalisierung den meisten Unternehmen bewusst, sie fühlen sich zu den Anwendungsmöglichkeiten gut aufgeklärt, mehr als die Hälfte haben aber keine oder eine unzureichende Digitalisierungsstrategie. Also ist der Handlungsbedarf zum Thema Digitalisierung weiterhin hoch.

In der Begrüßungsrede griff Frau Prof. Tippe (Präsidentin der TH Wildau) das Veranstaltungsthema auf und erläuterte ” wir klären an der TH Wildau die Frage, wie man fit für die Arbeit und das Leben wird”. Herr Gornig vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erklärte dem Auditorium, wie sich die einzelnen Technologiebereiche in Berlin und Brandenburg entwickeln. Dabei sind die Technologieunternehmen und Konsumgüterproduzenten besonders dynamisch. Schnell wachsende Unternehmen sind vornehmlich in Berlin angesiedelt. Durch die Dynamik dieser Unternehmen und die Verflechtungen mit diesen Industrien könnte das Berliner Umland aber stark profitieren.

Im Anschluss moderierte Herr Prof. Kubica (Vizepräsident für Digitalisierung und Qualitätsmanagement der TH Wildau) eine Podiumsdiskussion mit interessanten Persönlichkeiten der regionalen Wirtschaft:

Prof. Dr. Martin Gornig, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
Uwe Borges, Mitglied des Vorstandes, Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
René Ebert, Geschäftsführer, SIBB e.V.
Jens Warnken, Geschäftsführer, airkom Druckluft GmbH
Jan Burschik, Geschäftsführer, Gemtec GmbH

Mit Aussagen wie “Dokumente bekamen gelbe Klebchen mit wichtigen Informationen; war ein Klebchen weg, bedeutete dies einen erhöhten Klärungsaufwand” deutete Herr Warnken an, dass die Digitalisierungsbewegung bei ihm in der Firma als sinnvoll angesehen wird. Herr Borges betonte, dass “sich das Kundenverhalten gravierend verändert hat. Heutzutage gehen die Kunden nur ca. 1 Mal pro Jahr in eine Filiale, aber sind knapp 365 Tage im Jahr im Onlinebanking aktiv”. Fragen wie “was muss ich tun, damit mein Geschäftsmodell nicht disruptiv abbaut” muss sich heute jedes Unternehmen, egal welcher Unternehmensgröße, stellen. Hierzu sollten auch externe Ressourcen wie z. B. Hochschulen oder andere Kooperationspartner genutzt werden. So kann ein Blick von außen auf das Unternehmen erfolgen und dem Management können so die richtigen Fragen gestellt werden. Herr Ebert wies darauf hin, dass man nicht frühzeitig genug anfangen könne, sich eine Strategie für die Digitalisierung zu überlegen. Sonst stehe man eventuell schneller als man denke vor einem großen Applikationszoo, der dann nur schwer bewältigt werden könne. Herr Burschik unterstrich diese Aussage und appellierte an das Auditorium, sich vor allem Gedanken über die Vielzahl der Exceltabellen in unterschiedlichen Abteilungen zu machen. Diese Daten können in der Regel nicht miteinander kombiniert werden. Daher ist es unerlässlich, einen einheitlichen Datenbestand und eine gemeinsame Methodik zur Datenverarbeitung zu schaffen, damit die Systemlandschaft skalierbar wird. Denn in erfolgreiche Digitalisierungsprojekte muss investiert werden. Die Investitionskosten müssen auch wieder eingefahren werden. Das lässt sich meist nur mit Unternehmenswachstum erreichen. Hierzu passt auch der abschließende Hinweis von Herr Burschik zur Möglichkeit der WFBB Auslandsreise. Hierbei wird eine geführte Tour in ein vorher bestimmtes Land organisiert. “Wenn man einmal so eine Tour mitgemacht hat, dann schärft das den Blick, dass Deutschland nicht der Nabel der Welt ist. Außerhalb von Deutschland gibt es noch so viele Märkte, die erschlossen werden können”.

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