Am 15.08.2018 fand erstmalig der “Cottbuser Tag der additiven Fertigung” statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der BTU Cottbus-Senftenberg, der Handwerkskammer Cottbus (ext link) und den Netzwerken Mobility goes Additive (ext link) und Leichtbau Metall Brandenburg (ext link)  unter der Federführung des Innovation Hub 13 gestaltet.

Ziel der Veranstaltung war der Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft, Netzwerken und Wirtschaftsförderungen zu den Potenzialen der additiven Fertigung. Besonders im Fokus stand der 3D-Druck von Metall- und Kunststoffbauteilen. Etwa 120 Gäste informierten sich zunächst in Vorträgen über die Nutzung von additiven Fertigungstechnologien bei verschiedenen Unternehmen. Begrüßt wurden sie dabei von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach.

Herr Arvid Eirich vom Netzwerk “Mobility goes Additive” erläuterte im ersten Vortrag die Rolle Deutschlands als Heimat des industriellen 3D-Drucks. Additive Fertigungstechnologien helfen schon in vielen Branchen bei der Reduzierung von Materialverschwendung, bei der Produktoptimierung und bei der Individualisierung von Produkten. Herr Eirich forderte insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, die noch “Berührungsängste” mit den neuen Technologien haben, auf, Partner mit ähnlichen Problemstellungen zu finden. Dies sei insbesondere in Netzwerken oder an der Hochschulen möglich.

Dr. Philipp Tursch von der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH berichtete über verschiedene Bauteile an Zügen und Bahnhöfen, die durch additive Technologien schneller und individueller gefertigt werden können. Als Beispiele nannte er Gussteile für den Sandstrahlzulauf an Lokomotiven, die Handlaufbeschriftung in Braille-Schrift für sehbehinderte Fahrgäste oder die Kopfstützenschale in Fernverkehrszügen. Herr Tursch betonte auch die Wichtigkeit der Einbindung der Mitarbeiter in die neuen Technologien. Beispielsweise suchte die DB in einem bottom-up-Ansatz intern nach möglichen Anwendungsfällen für additive Fertigung und setzte diese dann mit den Mitarbeitern um.

Der Druckdienstleister APWORKS GmbH aus München siedelt sich momentan in Cottbus an. Andreas Nick sprach über die Vorteile eines 3D-Druckdienstleisters für Unternehmen. Besonders im Fokus stehen bei Apworks die additive Fertigung mit Metallen für die Luftfahrtindustrie und Automobilzulieferer. Es wurden hier aber auch schon Brillen 3D-gedruckt. Als Vorteile von 3D-Druckdienstleister benannte Herr Nick den Transfer von Erfahrung zwischen verschiedenen Industrien, die hohe Innovationsbereitschaft zur Optimierung von Prozessketten und die Entwicklung von Innovationen mit Zulieferbetrieben.

Im zweiten Vortragsteil stellten die Unternehmen OSCAR PLT GmbH sowie GEFERTEC GmbH gemeinsam mit SIEMENS ihre Entwicklungen auf dem Feld der additiven Fertigungstechnologien vor.

Die OSCAR PLT GmbH entwickelt neue Technologien zum Schweißen, Schneiden und Beschichten basierend auf Plasma- und Lasertechnologie. Gemeinsam mit dem Mutterunternehmen Kjellberg Finsterwalde werden hier Laser für das Laserauftragsschweißen entwickelt.

Bei SIEMENS wird in der Fertigung von Industriedampfturbinen inzwischen auch auf additive Fertigung gesetzt. Mit ihrem 3DMP®-Prozess fertigt die GEFERTEC GmbH Turbinenschaufeln für die Dampfturbinen und reduziert hier die Anzahl der Fertigungsschritte, die Lagerkosten, den Werkzeugverschleiß und den Abfall.

Abschließend stellte Marco Lubosch, Transferscout des Innovation Hub 13, gemeinsam mit Herrn Matthias Steinicke von der HWK Cottbus das Angebot der additiven Fertigung in der Region vor. Besonders wichtig sind für die Unternehmen verlässliche Partner für Forschung und Entwicklung. Diese sind mit den Hochschulen Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und Technische Hochschule Wildau mit ihrer umfassenden Expertise und angeschlossenen Instituten stark in der Region vertreten.

Im Anschluss an die Vorträge fand in der Leichtbauforschungshalle Panta Rhei der Praxispart mit Poster-Session und Ausstellung statt. In gelöster Atmosphäre war es hier für die Unternehmen möglich, die Ausstattung der Hochschulen live anzuschauen und sich mit den anwesenden Fachgebieten auszutauschen. Hierbei wurde sicherlich das eine oder andere konkrete Projekt aus der Taufe gehoben.

Fazit der Veranstaltung war, dass die Lausitz mit seinem Wissenschaftsstandort Cottbus ideal ausgerüstet ist, um die gesamte Wertschöpfungskette der additiven Fertigung abzubilden. Hier sitzen die Experten auf engstem Raum zusammen und schaffen so den perfekten Standort für eine schnelle und wissenschaftlich fundierte additive Fertigung. Der 1. Cottbuser Tag der additiven Fertigung war der außerordentlich gut besuchte Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe, die regelmäßig wiederholt wird. In diesem Sinne freut sich der Innovation Hub 13 schon auf Ihr Wiederkommen.

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