Am 06.03.2019 fand das 2. Schwarzheider Chemiekolloquium, das regionale Forum für Spezialchemie des Clusters Kunststoffe und Chemie, statt.
In seiner Begrüßung sprach der Clustersprecher Jürgen Fuchs davon, dass in Brandenburg jeder siebte Euro in der Chemiebranche erwirtschaftet wird und jeder achte Beschäftigte in der Chemie arbeitet.

Der Lausitzbeauftragte Dr.- Ing. Klaus Freytag gab anschließend einen Überblick über die Fortschritte der Lausitz auf dem Weg zur europäischen Modellregion für den Strukturwandel.

In einer Keynote gab Dr. Markus Graube von der TU Dresden einen Überblick über Stand und Trends in der Digitalisierung in der chemischen Industrie. Durch die Verzahnung der Professur für Prozessleittechnik mit der Arbeitsgruppe Systemverfahrenstechnik gelingt es an der TU Dresden, Modelle, Methoden und Werkzeuge zu entwickeln die Entscheidungsträger im Engineering und Betrieb chemischer Prozessanlagen unterstützen.

Ähnlich wie das im Innovation Hub 13 umgesetzte Testbed werden an der TU Dresden sogenannte Digital Transformation Labs etabliert. Im P2O-Lab werden die Anforderungen an Modelle, Methoden, Werkzeuge und Prozessmodule untersucht, um direkt aus der Produktbestellung einen geeigneten Prozess aus bestehenden Modulen abzuleiten, zu evaluieren und umzusetzen: P2O-Lab (extern). Während der Umsetzung erfolgt eine Anpassung an den vom Nutzer gewünschten Prozess.

In drei Fokussessions ging es um die Themen Biobasierte Spezialitätenchemie, OLEDs und Wasserchemie. In der ersten Session wurden zwei Aspekte der stofflichen Nutzung von Holz vorgestellt. Dr. Clemens Liedel vom Max-Planck Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung berichtete von Ansätzen zur Nutzung von Lignin als Teil von nachhaltigem Batteriematerial. In der zweiten Themenrunde ging es um organische Leuchtdioden (OLEDs). Eine Einführung mit Darstellungen zum Stand der Technik sowie zu geplanten Forschungsansätze gab Frau Dr. Christine Boeffel (Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung). Praxisnahe Anwendungen wurden von Dr. Francois Cardinali (Novaled GmbH) präsentiert. In Session drei „Wasserchemie“ präsentierte Prof. Katrin Salchert (BTU Cottbus-Senftenberg) ihre Forschungsergebnisse zur Realisierung einer vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen. Immobilisierte Laccase wird dabei zur Umsetzung und dem Abbau von verschiedenen Arzneimitteln eingesetzt. Abschließend wurde durch Dr. Uwe Dünnbier von den Analysen der Berliner Wasserwerke in Trinkwasser berichtet. Besonderer Fokus in dem Vortrag lag auf der Analytik von Trinkwasser, welches in Plastikgefäßen aufbewahrt wird.

Diskussionen im Anschluss an die Fachvorträge sowie die Pausen gaben die Möglichkeit zu intensivem fachlichem Austausch. Eine Werksrundfahrt über das BASF Gelände rundete das Forum ab.

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